Zwei Siege, ein eingespieltes Team: Patrik Heinrichs über seine erfolgreiche DoubleHand-Saison
16. June 2026
Mit den Siegen bei der Brassfahrt in Travemünde und der Grömitzer Double Hand Regatta hat Patrik Heinrichs eindrucksvoll gezeigt, wie konkurrenzfähig eine gut vorbereitete Esse 850 auch auf längeren Regattastrecken sein kann.


Patrik, wie hast du die Grömitzer Double Hand Regatta erlebt, und wann hattest du das Gefühl, dass ein Podiumsplatz oder sogar der Sieg möglich sein könnte?
Die Regatta wurde nach Yardstick gewertet, und mit der Dehler 30 stand ein starker Konkurrent am Start. Die Esse 850 war dabei das kleinste Boot im Feld. Direkt nach dem Start konnten wir uns bei rund acht Knoten Wind zunächst eine Führung erarbeiten. Auf dem anschliessenden, rund 20 Seemeilen langen Amwindkurs bei etwa 18 Knoten Wind wurde es allerdings schwierig, diese zu verteidigen. Zeitweise lagen wir nur noch auf Rang vier. Die Entscheidung fiel auf den letzten 5,5 Seemeilen: Mit dem Code Zero und rund zehn Knoten Wind konnten wir noch einmal richtig Fahrt aufnehmen und uns schliesslich den Sieg sichern.
DoubleHand-Regatten stellen besondere Anforderungen an die Zusammenarbeit an Bord. Was zeichnet euer Team aus, und wie habt ihr euch während des Rennens ergänzt?
Mein Vorschoter Thomas und ich segeln bereits seit acht Jahren zusammen. In dieser Zeit haben wir zahlreiche Regatten gemeinsam bestritten und kennen die Abläufe an Bord sehr genau. Dieses gegenseitige Vertrauen und die eingespielte Zusammenarbeit sind gerade bei DoubleHand-Regatten ein grosser Vorteil. Bereits bei der Brassfahrt in Travemünde konnten wir gemeinsam den Sieg erringen. Die beiden Erfolge innerhalb kurzer Zeit bestätigen, dass wir als Team sehr gut harmonieren.
Du bist regelmässig bei Single- und DoubleHand-Regatten am Start. Was fasziniert dich an diesen Formaten, und worin unterscheiden sie sich für dich vom Segeln mit voller Crew?
Mich fasziniert die technische Seite des Segelns. Ich beschäftige mich intensiv mit der Bauweise und der Schotführung der Esse 850 und habe viel Zeit investiert, das Boot so einzurichten, dass ich es alleine optimal segeln kann und dennoch konkurrenzfähig bleibe. Ausserdem gibt es in unserer Region nur wenige Esse-Klassenregatten. Single- und DoubleHand-Regatten bieten daher eine attraktive Möglichkeit, regelmässig an Wettfahrten teilzunehmen. Hinzu kommt, dass der organisatorische Aufwand deutlich geringer ist. Es ist wesentlich einfacher, alleine oder zu zweit zu segeln, als für jede Regatta eine komplette Crew zusammenzustellen.
Die Esse 850 gilt nicht als klassische Yacht für Offshore-Regatten. Was macht sie für dich dennoch zur idealen Wahl?
Die Esse 850 ist eine sehr konkurrenzfähige Yacht und lässt sich mit einigen Anpassungen hervorragend allein segeln. Ein wichtiger Punkt für mich ist der vollständig hochziehbare Motor, der den Wasserwiderstand reduziert. Die Selbstwendefock erleichtert die Manöver erheblich, und dank der 1:2-Fockschot lassen sich viele Trimmarbeiten ohne Winsch bewältigen. Zudem habe ich die Eingangsluke so abgedichtet, dass auch bei raueren Bedingungen und höherem Seegang möglichst wenig Wasser ins Boot gelangt.
Was sind deine nächsten sportlichen Ziele, und auf welche Regatten oder Projekte freust du dich besonders?
In den kommenden Monaten stehen einige Höhepunkte auf dem Programm. Geplant sind unter anderem die Kiel-Ærø-Regatta im Einhandmodus, die Aalregatta im Rahmen der Kieler Woche sowie Starts bei der Warnemünder Woche. Besonders freue ich mich ausserdem auf weitere Regatten in Dänemark im Herbst.




